Pfefferminze

Kölleda ist die Pfefferminzstadt, auch wenn heute die Anbaufläche der aromatischen Minze nicht mehr sehr groß ist. Dafür erlebte sie aber als Werbeträger für Kölleda eine Wiedergeburt. Im März 1999 präsentierte die Stadt ihren Riesen- Teebeutel, gefüllt mit 15 Kilo Pfefferminze, am Rathaus und schaffte damit den Eintrag ins Guinness- Buch der Rekorde.

 

Minze

 

Botanik: Die Minze (Mentha) gehört zur Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Die meisten Arten sind in der gemäßigten Nordhalbkugel beheimatet. Sie gedeihen meist an feuchten Standorten. Was üblicherweise als Pfefferminze in unseren Gärten wächst, ist in Wirklichkeit eine Mischung aus mehreren Minzarten. Der Minz-Bastard trat Ende des 17. Jahrhunderts erstmals in England auf, wurde kultiviert und existiert heute in mehreren Unterarten. Ihren wildwachsenden Vettern sind die kultivierten Mischlinge an Duft und Geschmack deutlich überlegen. Für die medizinische Anwendung ist noch bedeutsamer, dass Pflanzen aus Pfefferminz-Kulturen wirksamere Inhaltstoffe als frei lebende Arten enthalten. Insbesondere gilt dies für ätherische Öle (etwa Menthol), Flovonoide, Gerb- und Bitterstoffe. Aus diesem Grund werden heutzutage nur kultivierte Pflanzen für arzneiliche Zwecke verwendet.

 

Anwendung / Wirkung: Die Erfahrungsheilkunde setzte die Blätter der Pfefferminze traditionell als Magenmittel ein – insbesondere bei Übelkeit, Brechreiz oder akutem Erbrechen. Diese volksmedizinische Anwendung der Heilpflanze hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Inhaltsstoffe der Pfefferminze, so zeigen Untersuchungen, wirken krampflösend auf die Muskulatur des Magen-Darm-Traktes und sorgen dafür, dass aufgestaute Luft leichter aus dem Körper entweichen kann. Daneben regen Pfefferminzblätter den Gallenfluss an, fördern die Freisetzung von Magensaft und wirken appetitanregend.

 

Wissenswertes: Minzen werden schon sehr lange in Gärten angebaut. Im Jahre 812 schrieb Karl der Große bereits vier Minzearten für den Gartenanbau in seinem Reich vor. Walahfrid Strabo erklärte schon im 9. Jahrhundert in seinem Gartenratgeber „Hortulus“ zum Thema Minze-Sorten: „Wenn aber einer die Kräfte und Arten sowie Namen der Minze samt uns sonders zu nennen vermöchte, so müsste auch gleich wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen, oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos, schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Ätna.“ Als Gewürz und Teekraut tragen Minze-Sorten oft Namen, die auf die Gesamtähnlichkeit mit anderen Pflanzen hinweisen, wie z.B. Apfel-, Zitronen-, Pfeffer-, Schoko- und Bergamotteminze. Unter dem Begriff Nanaminze werden mehrere Sorten zusammengefasst.

 

Rezept: Wenn Sie die Heilkraft der Pfefferminze für Magen und Darm nutzen wollen, können Sie neben Fertigarzneimitteln durchaus auch auf den guten alten Pfefferminztee setzen. Einen Esslöffel getrocknete Blätter (aus Apotheke oder Reformhaus) mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen, trinken, und zwar mehrmals täglich. Achtung: Falls Sie unter chronischen Magenbeschwerden leiden, sollten Sie eine andere Droge vorziehen, denn wegen des hohen Mentholgehalts ist er nicht so verträglich und empfindliche Magenschleimhäute können angegriffen werden.

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